Regionale Lebensmittel sind dann besonders überzeugend, wenn man sie nicht nur auf dem Teller sieht, sondern auch die Geschichten der Landwirtinnen und Landwirte kennt, die sie erzeugen. Genau das macht KIRA während der Aktionswochen: Das Projekt verbindet regionale Erzeugung, Küchenpraxis und Tischgastkommunikation zu einem Format, das in der Außer-Haus-Verpflegung alltagstauglich umsetzbar ist.
KIRA unterstützt Küchen im Regierungsbezirk Köln und Düsseldorf dabei, mehr regionale Zutaten Schritt für Schritt in die Speiseplanung zu integrieren, ohne den Küchenalltag unnötig zu belasten. Dafür gibt es erprobte Rezepte, abgestimmte Warenkörbe, eine unkomplizierte Bestellstruktur über den Logistiker Bio Rhein Maas und vor allem ein Paket an begleitenden Kommunikationsmaterialien, das die Aktionswoche für die Tischgäste sichtbar macht. Der Mehrwert liegt nicht nur im Geschmack, sondern auch darin, dass die beteiligten Partnerküchen ihre Arbeit, ihre Lieferwege und ihre regionalen Partnerschaften mit den Landwirtinnen und Landwirten transparent zeigen können.
Wer eine Aktionswoche plant, braucht mehr als gute Zutaten. KIRA versteht die Aktionswoche als Zeitraum, in dem Küchen echte Praxis sammeln: Sie testen neue Gerichte unter realen Bedingungen, lernen mit dem Team dazu und entwickeln ihr Verpflegungsangebot gezielt weiter. Gleichzeitig begleitet KIRA die Kommunikation rund um die Küche und die regionalen Landwirtinnen und Landwirte, damit die Aktion nicht nur intern funktioniert, sondern auch bei den Tischgästen ankommt.
Besonders wichtig ist dabei die erste Wahrnehmung. Wer die Materialien von KIRA sieht, erkennt sofort, dass hier konkrete Gesichter, Höfe und Produkte dahinterstehen. Die Plakate mit Bildern und Zitaten der Landwirtinnen und Landwirte, Thekenaufkleber, Tischaufsteller, Postkarten, Feedbackkarten und Gästebefragungen machen Regionalität greifbar und schaffen einen direkten Bezug zwischen Feld, Küche und Teller. Wenn Gäste auf einem Plakat die Person sehen, die die Kartoffeln, Kräuter oder den Salat angebaut hat, und genau diese Zutaten später im Gericht wiederfinden, wird Nachhaltigkeit verständlich und glaubwürdig.
Gute Tischgastkommunikation beginnt nicht erst am Tisch, sondern schon vor dem Essen: im Eingangsbereich, auf dem Weg zur Ausgabe, im Intranet oder im Newsletter. An der Theke entscheidet sich viel, weil dort Sichtbarkeit, Platzierung und klare Benennung die Wahl beeinflussen. Am Tisch können Tischaufsteller und Postkarten die Herkunft erklären, und nach dem Essen holen Feedbackkarten die Rückmeldung der Gäste ins Haus. So wird die gesamte Gästereise genutzt, statt nur einen einzelnen Kontaktpunkt zu bespielen.
Für diese Form der Gestaltung gibt es auch aus der Gästekommunikation und der Verhaltensforschung gute Gründe. Leitfäden zur Gemeinschaftsverpflegung empfehlen, gesunde und nachhaltige Gerichte an den Anfang des Speiseplans zu stellen, sie appetitlich zu beschreiben und über verschiedene Kanäle sichtbar zu machen. Das Prinzip des Nudging beschreibt genau solche kleinen Veränderungen in der Umgebung, die eine gewünschte Wahl wahrscheinlicher machen, ohne die Wahlfreiheit einzuschränken. In der Praxis heißt das: Ein Aktionsgericht wird nicht versteckt, sondern klar benannt, gut platziert und freundlich empfohlen.
Die KIRA Aktionswoche steht damit für einen einfachen, aber wirkungsvollen Gedanken: Regionalität wird stärker, wenn sie sichtbar, verständlich und genussvoll kommuniziert wird. Das Projekt verbindet landwirtschaftliche Erzeugung, Logistik, Rezeptentwicklung und Gästekommunikation zu einem Angebot, das Küchen im Alltag entlastet und gleichzeitig ihr Profil stärkt. Für die Tischgäste entsteht so nicht nur ein gutes Essen, sondern auch ein nachvollziehbarer Zusammenhang zwischen Herkunft, Qualität und Verantwortung.
Die Materialienübersicht sowie den Leitfaden „Tischgastkommunikation“ stellen wir Ihnen auf Anfrage gern zur Verfügung.
Wenn Sie als Küche Interesse an der KIRA Aktionswoche haben oder Fragen zu den Materialien haben, melden Sie sich gern bei David Bexte, Projektkoordination, unter 0155 – 65 03 06 88 oder per Mail an david.bexte@ernaehrungsrat.koeln.