In unserem Projekt Ernährungsbildung in der Praxis (EBiP) haben wir in Zusammenarbeit mit der Stadt Köln, genauer gesagt mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie eine Schulung zum Thema Ernährungsbildung mit pädagogischen Fachkräften aus städtischen Kitas durchgeführt.

Hintergrund

Städtische Kitas werden für das Mittagessen becatert. Zum Frühstück bringen die Kinder ihre Brotdosen selbst mit. Von der DGE wird empfohlen, am Kita-Nachmittag eine weitere Zwischenmahlzeit anzubieten, die in etwa dem Umfang des Frühstücks entspricht – d.h. ein Obst- oder Rohkostteller reicht nicht aus, um den Tagesbedarf an Kalorien der Kinder während der Betreuungszeit zu decken. In vielen Kitas sind pädagogische Fachkräfte für diese Zwischenmahlzeit zuständig.

Idee und Umsetzung

Drei Personen besprechen sich.
Zwei Personen füllen eine Schokoladencreme in einen Beutel.

Um die pädagogischen Fachkräfte für dieses Thema zu sensibilisieren hat der Ernährungsrat zusammen mit Heiko Mezger, Praxisberater für Küche und Ernährung, ein Schulungskonzept entworfen. Gemeinsam mit Daniela Griesbaum, Ernährungsberaterin für Kitas beim Amt für Kinder, Jugend und Familie wurde ein Schulungstag explizit für pädagogische Fachkräfte aus städtischen Kitas konzipiert und durchgeführt. Es nahmen etwa 20 Fachkräfte aus verschiedenen städtischen Kitas teil. Es gab sogar eine Warteliste mit weiteren Interessierten für das Format. Die Schulung ging fünf Stunden lang, bestehend aus einem theoretischen Input zum Thema Geschmacksentwicklung bei Kindern und Nährstoffbedarf laut DGE-Empfehlungen. Außerdem gab es Raum, um auf Herausforderungen bei der Essensbegleitung einzugehen und die Vorbildrolle von pädagogischen Fachkräften zu beleuchten. Daran schloss sich der Praxisteil an, in dem es in die Küche ging und etwa 12 verschiedene Rezepte für die Zwischenverpflegung von den pädagogischen Fachkräften zubereitet wurden. Hier kam es zu regem Austausch und die Vorfreude stieg, die Rezepte gemeinsam mit den Kindern zuzubereiten.

Diese Snacks gab es

Der Fokus lag dabei auf einer gesunden und saisonalen Zusammenstellung der Zutatenliste. Die pädagogischen Fachkräfte bereiteten beispielsweise Haferbällchen mit Kakao, verschiedene Brote (Saatenbrote und selbstgemachtes Knäckebrot), Rote Beete Aufstrich und Schokoladen-Mousse auf Seidentofu-Basis her.

Der Wichtigste Teil des Tages? Die Verköstigung! Zum Abschluss haben wir zusammen mit allen Teilnehmer:innen die Snacks verköstigt und den Tag reflektiert. Es war eine schöne Schulung!

Mehrere Brötchen liegen auf einem Backblech.

Ernährungsbildung verknüpfen

Eine Person zeigt Bilder in einem Heft.

Die Verbindung von Theorie und Praxis hilft es, das gelernte direkt mit der pädagogischen Praxis zu verknüpfen und so die Hürde neue Rezepte mit Kindern auszuprobieren, abzubauen. Begleitend zur Schulung gab es die Broschüre „Rohkost als Wissenshäppchen“ (siehe Bild), die ebenfalls in Kooperation mit der Stadt Köln entstanden ist und pünktlich zur Schulung druckfrisch mitgebracht und verteilt wurde.

Alle Rezepte gelingen ohne Küche mit Kindern. So helfen sie mit, akzeptieren das Essen eher und lernen früh verschiedene Lebensmittel und Zubereitungen kennen – ein großer pädagogischer Gewinn.

Zitate vom Tag:

Teilnehmerin: „Ich nehme mit, es hat meine Erwartungen übertroffen, muss ich ganz ehrlich sagen. Chapeau!“

Teilnehmerin: „Meine Erwartungen sind auch übertroffen worden, ich habe erst gedacht, das ist eine kurze Zeit von halb 9 bis 14 Uhr. Sonst gehen wir zwei, drei Tage zur Fortbildung und da dachte ich, naja, ob das was bringt. Aber es hat mir doch ganz viel gebracht. Also es waren einfach viele Gedankenanstöße – der theoretischer Teil und natürlich war es besonders amüsant und erlebnisreich, diesen praktischen Teil zu haben, weil man da auch noch mal so ein bisschen in die Kindersituation hineinversetzt wird“

Teilnehmerin: „Es war sehr informativ. Der theoretische Teil, der praktische Teil mir super gut gefallen. Ich werde die Rezepte mitnehmen, meinen Kollegen davon erzählen in der Dienstbesprechung in der Hoffnung, dass auch sie das integrieren werden und mit in ihren Gruppenalltag nehmen werden“

Vielen Dank an die Stadt Köln für das Vertrauen und die gute Kooperation! Vielen Dank auch an unseren tollen Dozenten, Heiko Mezger. Dein unermüdlicher Einsatz für eine gesunde und faire Verpflegung ist vorbildlich!

Fotos: ©Ernährungsrat Köln und Umgebung e.V.

Ernährungsrat Köln