Seit 2016 mischt der Ernährungsrat Köln und Umgebung die Kölner Stadtpolitik beim Thema gutes Essen auf und hat gemeinsam mit vielen Engagierten Menschen wichtige Weichen für eine gerechte, regionale und klimafreundliche Ernährung gestellt.
Zeit, auf die Highlights der letzten Jahren zurück zu blicken!
2016 Vor zehn Jahren, am 7. März 2016, wurde hier in Köln im Historischen Rathaus der erste Ernährungsrat Deutschlands gegründet – als unabhängiges, zivilgesellschaftliches Gremium,. Seitdem setzen wir uns dafür ein, dass gutes, faires Essen in Köln Thema in Politik, Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft ist.
2017/18 Mit dem Beteiligungsverfahren zum „Aktionsplan Essbare Stadt“ machen wir uns gemeinsam auf den Weg zu einer Essbaren Stadt Köln. So entstehen noch mehr Orte, an denen Obst, Gemüse und Kräuter mitten in der Stadt wachsen – für mehr Grün, mehr Klimaschutz und mehr Begegnung in den Veedeln.
2018/19 folgte – gemeinsam mit vielen Initiativen, Fachleuten und der Stadt – die Erarbeitung der Ernährungsstrategie für Köln und Umgebung, die Möglichkeiten aufzeigt, wie gesunde, regionale und nachhaltige Ernährung langfristig gefördert werden kann.
2020 wurden Ernährungsstrategie und Aktionsplan Essbare Stadt offiziell beschlossen: Ein Meilenstein, der sichtbar gemacht hat, dass Ernährungspolitik eine kommunale Aufgabe ist und die Arbeit des Ernährungsrats dauerhaft Rückenwind aus der Stadtgesellschaft und der Politik bekommt.
2021 Mit Projekten wie dem „Offenen Kochtopf“ zeigen wir, wie gutes Essen direkt vor Ort beginnt, Menschen verbindet und mit saisonalen, regionalen Zutaten alltagstauglich wird.
2022 haben wir mit der Messe für nachhaltige Ernährungsbildung eine Plattform geschaffen, auf der sich Bildungsakteur:innen, Produzent:innen und Netzwerke zu Ernährungsbildung und nachhaltiger Verpflegung in Kitas, Schulen und Kantinen vernetzen und weiterentwickeln.
2023 wurde die Essbare Stadt mit dem internationalen EdiCitNet‑Award ausgezeichnet – ein starkes Signal dafür, dass Köln weltweit als Vorreiterin für essbare und grüne Stadtentwicklung wahrgenommen wird.
Ebenfalls 2023 wurde in Köln das bundesweite Netzwerk der Ernährungsräte offiziell gegründet – ein wichtiger Schritt, um Ernährungsdemokratie zu stärken und kommunale Anliegen gebündelt in die Bundespolitik einzubringen.
Seit 2024 ist der Ernährungsrat mit dem Projekt KIRA Teil einer Modellregion für die regionale Versorgung von Kantinen und Gemeinschaftsverpflegung und bringt Produktion, Logistik, Küchen und Verbraucher:innen systematisch zusammen.
2025 rücken wir gemeinsam mit Partnern wie FIAN Deutschland e.V. Ernährungsgerechtigkeit und das Recht auf gutes Essen für alle in den Vordergrund und erforschen im EU‑Projekt DEMETRA, wie Teilhabe an der Ernährungswende gelingen kann.
Ohne Ehrenamt keine Ernährungswende
All diese Schritte wären ohne das Engagement unzähliger ehrenamtlich Aktiver, Initiativen, Höfe, Bildungsakteur:innen, Köch:innen, Verwaltungsmitarbeitender, Unterstützer:innen in Politik sowie in Stiftungen und Ministerien nicht möglich gewesen. Der Ernährungsrat ist von Anfang an ein Ort gewesen, an dem Menschen ihre Visionen, ihre Zeit, ihre Erfahrungen und ihre Ideen einbringen – in Ausschüssen, Projekten, Veranstaltungen und in vielen alltäglichen Handlungen, die man von außen kaum sieht und die doch alles zusammenhalten.
Als Team sind wir wahnsinnig stolz auf das, was wir gemeinsam mit euch in diesen zehn Jahren in Köln angestoßen haben: von der ersten Vision eines essbaren Kölns über konkrete Projekte in Kitas, Schulen und Veedeln bis hin zu politischen Beschlüssen, die Ernährung dauerhaft als Querschnittsthema in der Stadt verankern. Wir wissen, dass eine Ernährungswende kein Sprint ist, sondern ein Prozess mit vielen Etappen – und dass jede Unterschrift, jede Sitzung, jedes Gartenbeet, jeder Workshop und jedes gemeinsam gekochte Essen dazu beigetragen hat, dass Köln heute bewusster is(s)t.
Eine starke Basis für die Zukunft
Wir sind uns bewusst, dass wir vieles noch nicht erreicht haben: Gute Ernährung für alle, faire Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, ein wirklich klimafreundliches und ressourcenschonendes Ernährungssystem – all das braucht weiterhin politische Entscheidungen, mutige Experimente und eine engagierte Stadtgesellschaft. Gleichzeitig sehen wir, wie viel in Köln bereits gewachsen ist: ein dichtes Netzwerk aus Ernährungsinitiativen, Betrieben, Forschung, Verwaltung und Politik, das sich kennt, vertraut und gemeinsam neue Wege geht.
Zusammen mit dem bundesweiten Netzwerk der Ernährungsräte haben wir eine solide Basis geschaffen, um Ernährungspolitik von unten nach oben zu denken: von der Kita‑Mahlzeit über die Kantine und den Wochenmarkt bis hin zur Bundespolitik. Die nächsten zehn Jahre werden mindestens genauso herausfordernd – aber auch voller Chancen. Wir laden dich ein, Teil davon zu sein: Denn „Gutes Essen für alle“ bleibt nicht von allein auf der Agenda, sondern weil viele Menschen in Köln Tag für Tag daran weiterarbeiten.