KIRA bringt regionale und saisonale Lebensmittel in die Gemeinschaftsverpflegung – praxisnah, testbar und mit konkreter Unterstützung für Küchen. Aktionsgerichte und Aktionswochen sind dabei ein sinnvoller Einstieg: Sie ermöglichen es den beteiligten Küchen, neue Produkte, Lieferwege und Rezepturen im echten Küchenalltag auszuprobieren, ohne direkt den gesamten Speiseplan umstellen zu müssen.
Mehr regionale und saisonale Lebensmittel in der AHV
KIRA unterstützt Küchen der Außer-Haus-Verpflegung dabei, mehr regionale und saisonale Lebensmittel einzusetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht abstrakte Zielvorgaben, sondern alltagstaugliche Lösungen: passende Rezepte, abgestimmte Warenkörbe, eine unkomplizierte Bestellstruktur über einen Logistikpartner und begleitende Kommunikation gegenüber Tischgästen.
Die Konzeptstudie aus NRW zeigt, dass ein bioregionales Aktionsgericht besonders dann gut funktionieren kann, wenn er mit wenigen, gut verfügbaren Hauptzutaten, klarer Planung und passender Unterstützung umgesetzt wird. Gerade für die Gemeinschaftsverpflegung ist das relevant, weil dort täglich viele Menschen erreicht werden und Speiseangebote Routinen prägen können
Einfach Mal ausprobieren.
Die Gemeinschaftsverpflegung ist ein wichtiger Hebel, um nachhaltigere Ernährungsweisen zu fördern, weil hier viele Menschen regelmäßig erreicht werden und Speiseangebote Gewohnheiten mitprägen. Gleichzeitig ist genau dieser Bereich von engen Budgets, knappen Zeitfenstern, Personalengpässen und komplexen Beschaffungsstrukturen geprägt, was Veränderungen oft erschwert.
Aktionsgerichte helfen, diese Hürde zu senken: Statt die komplette Küche umzustellen, wird ein klar umrissener Zeitraum genutzt, um einzelne regionale oder saisonale Gerichte unter realen Bedingungen zu testen.
Warum regionale und saisonale Verpflegung oft schwierig ist
Die Gespräche die wir in den letzten Monaten mit den beteiligten Akteur:innen geführt haben zeigen mehrere typische Hürden seitens der AHV: vermeintlich fehlende Verfügbarkeit in der passender Menge oder der gewünschten Vorverarbeitung, unpassende Gebindegrößen, zusätzlicher Abstimmungsbedarf mit Lieferanten, mehr Aufwand bei der Bio-Zertifizierung, teils höhere Preise und der Mangel an eingespielten Lieferketten. Hinzu kommt, dass Ausschreibungen häufig stark auf den Preis ausgerichtet sind, während Kriterien wie Qualität, Regionalität oder Saisonalität nicht oder nur unzureichend berücksichtigt werden. Gerade der Preis ist ein entscheidender Faktor. Öffentliche und betriebliche Küchen stehen unter einem enormen wirtschaftlichem Druck und nachhaltigere Lebensmittel werden oft nur dann häufiger eingesetzt, wenn Rezepturen, Speisenplan und Kommunikation gut aufeinander abgestimmt sind.
Was eine Aktionswoche für Küchen bedeutet
Eine Aktionswoche bedeutet zusätzlichen organisatorischen Aufwand. Küchen müssen Speisepläne anpassen, Bestellungen neu denken, Mengen einschätzen, Abläufe abstimmen und das Team auf neue Produkte oder Zubereitungen vorbereiten.
Gleichzeitig bietet die Woche die Chance, mit wenig Risiko zu lernen: Welche Produkte sind zuverlässig lieferbar? Welche regionalen Zutaten lassen sich dauerhaft in den Alltag integrieren? Welche Gebinde passen zu den eigenen Abläufen? Wir als Team KIRA wissen aus Erfahrung, dass solche Praxisformate besonders dann erfolgreich sind, wenn sie von Beratung, Austausch und guter Kommunikation begleitet werden.
Rolle von KIRA
KIRA – „Konzeption und Initiierung eines nachhaltigen Regionalversorgungsnetzwerks für die AHV im Regierungsbezirk Köln und Düsseldorf“ ist ein gefördertes Modellprojekt der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des BMEL-Wettbewerbs „Ernährungswende in der Region“. Es läuft von Oktober 2024 bis September 2027 und zielt darauf ab, ein nachhaltiges Regionalversorgungsnetzwerk für die Außer-Haus-Verpflegung (AHV) aufzubauen.
KIRA baut gemeinsam mit allen Akteur:innen entlang der Wertschöpfungskette ein nachhaltiges Regionalversorgungsnetzwerk für die AHV auf, indem es Erzeuger:innen mit Küchen vernetzt, digitale Plattformen entwickelt und DGE-Zertifizierungen unterstützt. Das KIRA-Team stellt zudem bio-regionale Warenkörbe zusammen, organisiert Aktionswochen und optimiert Logistik – alles, um regionale Produkte alltagstauglich zu machen. So entsteht ein skalierbares Modell für mehr Nachhaltigkeit in der Region.
Kurz gesagt: KIRA bietet AHV-Küchen konkrete, praxisnahe Unterstützung, um den Einstieg in regionale und nachhaltige Verpflegung zu erleichtern. Das Projekt adressiert typische Hürden wie fehlende Vernetzung und Logistik und stellt Tools sowie Beratung bereit.
Warum sich die Teilnahme für die AHV lohnt
Die Teilnahme an KIRA-Aktionswochen lohnt sich für AHV-Küchen aus mehreren Gründen – sie ist ein risikominierender Testlauf mit direktem Mehrwert. Küchen erhalten fertige Warenkörbe, Rezepte und Logistikunterstützung, testen Nachfrage unter realen Bedingungen und stärken ihr Profil, ohne den gesamten Alltag umzustellen.
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Transparente Preise: KIRA-Warenkörbe (z. B. rheinische Kartoffeln, Kräuter von Bioland-Höfen) sind mit konventionellen Zutaten vergleichbar kalkuliert und über einen Ansprechpartner wie Bio-Rhein-Maas bestellbar – kein Suchen nach Einzel-Lieferanten.
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Nachfragesignale: Hohe Abnahme von Aktionsgerichten zeigt, welche Produkte sich dauerhaft lohnen, und schafft Planbarkeit für künftige Einkäufe.
- Wenig Mehraufwand: Ein einzelnes Aktionsgericht pro Woche zu testen bedeutet keine komplette Speiseplan-Umstellung. KIRA liefert Rezepte, Mengenpläne, Kontakte und geleitende Kommunikationsmaterialien für Tischgäste
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Logistik-Support: Digitale Bestelltools und zentrale Abwicklung minimieren Abstimmungsaufwand mit Erzeugern.
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Feedback-Loops: Direkte Rückmeldungen von Tischgästen helfen, Rezepturen zu optimieren und Akzeptanz zu sichern.
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Netzwerkaufbau: Kontakte zu regionalen Produzent:innen für langfristige Partnerschaften
KIRA für den Regierungsbezirk Köln/Düsseldorf
Für Bürgeri:innen in Köln zeigt KIRA: Regionales Essen entsteht nicht zufällig, sondern braucht verlässliche Partnerschaften entlang der gesamten Kette – von den Erzeuger:innen über die Logistik bis zur Küche. Aktionsgerichte und Aktionswochen sind dafür ein konkreter Startpunkt, weil sie zeigen, wie regionale Versorgung im Alltag funktionieren kann, Schritt für Schritt und ohne die Küchenpraxis aus dem Blick zu verlieren.
Wir als Bürger:innen sind auch ein Puzzelstein im Netzwerk der regionalen Versorgungskette im Rheinland. Wenn wir ganz aktiv mehr Aktionsgerichte in den Kantinen der Stadt wählen, signalisieren wir: die Nachfrage nach regionalem und saisonalen Essen ist da. Die Gerichte und Aktionen werden angenommen. Hohe Abnahmen der Aktionsgerichte motivieren die AHV-Küchen, solche Aktionen öfter anzubieten und ähnliche Varianten zu entwickeln.
KIRA-Aktionswoche Mai 2026: Jetzt mitmachen!
Vom 18.–24. Mai 2026 startet die nächste KIRA-Aktionswoche im Regierungsbezirk Köln/Düsseldorf.
KONTAKT David Bexte david.bexte@ernaherungsrat.koeln
Zum Nachlesen empfehlen wir die ÖMR NRW Konzeptstudie zum Thema Bio-Regio Teller.