Regionalentwicklung durch Steigerung und Einführung von Ernährungsbildung und regional-nachhaltig produzierten Lebensmitteln in Kölner Kitas und Familienzentren (kurz: StErn-Kita)

Der Ernährungsrat für Köln und Umgebung arbeitet seit gut drei Jahren daran, regional und nachhaltig produzierte Lebensmittel für alle Kölnerinnen und Kölner verfügbar zu machen sowie den Marktzugang für kleine Landwirtschaftsbetriebe zu erleichtern, zu erschaffen und die landwirtschaftlichen Familienbetriebe in der Region zu erhalten. In den vergangenen anderthalb Jahren hat der Ernährungsrat in einem partizipativen Prozess mit weit über 100 Beteiligten eine langfristige Ernährungsstrategie für die Stadt Köln erarbeitet. Die Strategie befasst sich dabei in 18 Kapiteln mit der gesamten Produktionskette vom Feld bis zum Teller. Sie gibt Ziele vor; für die Umsetzung sind Verwaltung und Politik, Konsumentinnen und Konsumenten, Zivilgesellschaft und Wirtschaft in Köln und Umgebung gemeinsam und partnerschaftlich verantwortlich.

Das vorliegende Projekt wird gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW. Es  bettet sich in die Ernährungsstrategie ein und versucht am Beispiel von zehn beteiligten Kitas modellhaft, viele zentrale Aspekte der Strategie umzusetzen: Der Ernährungsrat möchte zusammen mit den freien und städtischen Trägern der Kitas zeigen, wie eine Steigerung der Versorung mit regional und nachhaltig produzierten Lebensmitteln möglich ist. Darüber hinaus wird auch die Ernährungsbildung in den Einrichtungen ein Schwerpunkt der Arbeit eines*r Regionalentwickler*in sein, die eng mit den Kindertageseinrichtungen zusammenarbeiten und ein Konzept entwickeln wird. Dieses soll die Steigerung bzw. Einführung von regional und nachhaltig produzierten Lebensmitteln und der regionalen Ernährungsbildung (StErn) für alle beteiligten Einrichtungen ermöglichen.

Die Einrichtungen werden sich auf eine regionale Ernährungs- und Umweltbildung mit den Kindern fokussieren und ihre Einkaufswege hinterfragen und anpassen. Dies soll Landwirten aus der Region ermöglichen, Versorgungswege vom Großmarkt und Großhandel unabhängig zu gestalten, vom Acker auf den Kita-Teller!

Die Arbeit in dem Projekt kann dabei direkt auf die Ergebnisse des Projektes MehrWertKonsum der Verbraucherzentrale NRW fußen. Dieses Projekt hat zum Ziel Lebensmittelabfälle zu vermeiden, klimafreundliche Speisen ins Angebot aufzunehmen und eine generelle Steigerung der Wertschätzung für Lebensmittel zu erreichen. Dazu werden in den Kitas im ersten Schritt die Lebensmittelabfälle gemessen. Daraufhin werden mit dem Küchenpersonal konkrete Verbesserungsvorschläge für Einkauf, Essensplanung und Portionierung entwickelt. In der Folge ergeben sich finanzielle Spielräume, die für den Einsatz von mehr frischen regionalen Produkten genutzt werden können. Und genau an dieser Stelle setzt das StErn-Kita Projekt an.