Regionale und nachhaltige Ernährung in Kölner Kitas – das wär´ doch was! Das dachten sich auch die Mitglieder des Ausschusses „Gemeinschaftsverpflegung und Ernährungsbildung“ des Kölner Ernährungsrates und entwickelten in den letzten Monaten eine Projektidee mit dem Namen: „SteRN-Kitas: Steigerung von Regionalität und Nachhaltigkeit in Kölner Kitas“.

Das Projekt sieht vor, das in den Modell-Kitas eine nachhaltige Versorgungsstrategie aufgebaut wird und Wissen über nachhaltige und regionale Ernährung vermittelt werden soll – sowohl den Kindern als auch Erzieher*innen. Das Konzept bezieht dabei natürlich auch die regionalen Landwirt*innen mit ein, die die Kitas mit frischen, saisonalen Lebensmitteln versorgen sollen.

Um das Konzept im Detail ausarbeiten und in der Praxis testen zu können, muss zunächst die Finanzierung sichergestellt werden. Zu diesem Zweck wurden Förderanträge gestellt, die Entscheidung darüber steht noch aus. Trotzdem haben bereits jetzt elf Kitas in Köln großes Interesse bekundet, modellhaft an dem Projekt teilzunehmen. Es sind Kitas verschiedener freier Träger, die bunt im ganzen Stadtgebiet verteilt liegen und denen die Themen Nachhaltigkeit und Regionalität bei der Ernährung ihrer Kinder sehr am Herzen liegen.

Ein weiterer Anreiz für die Kitas ist, dass sie schon vorab an dem MehrWertKonsum Projekt der Verbraucherzentrale NRW teilnehmen können. Dieses Projekt, das bisher nur in Schulen und Jugendherbergen stattgefindet, befasst sich ebenfalls mit klimafreundlicher Essensversorgung. Allerdings liegt hier der Fokus vor allem auf Maßnahmen zur Vermeidung von Speiseabfällen. So können sowohl natürliche Ressourcen als auch Kosten eingespart werden.

Am Montag, den 25. Februar trafen sich die Beteiligten der „SteRN-Kita“-Projektidee im Kapitelsaal des Domforums um sich zu informieren, auszutauschen und offene Fragen zu klären. Von Seiten der Kitas fanden sich rund 30 Personen ein, außerdem Mitarbeiter der Verbraucherzentrale NRW und des Ernährungsrates.

Durch die Informationsveranstaltung führte Josef Schäfers vom katholischen Stadtdekanat, stellvertretend für den Verband freier Kita-Träger in Köln (AK 80). Florian Sander, Koordinator des Ernährungsrates erläuterte zu Beginn nochmal den Entstehungsprozess der Projektidee und fasste deren Inhalte zusammen. Danach stellten Frank Waskow und Antonia Blumenthal das Projekt MehrWertKonsum vor, erklärten anschaulich die Abläufe, Methoden und Ziele.

Das Interesse der Verantwortlichen in den Kitas war groß und so gab es viele Nachfragen aber auch Anmerkungen und kritische Gedanken.  Die Voraussetzungen in den Kitas sind sehr unterschiedlich, eine Herausforderung wird sein, auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen und alle Beteiligten miteinzubeziehen. Doch diesen Anspruch erheben sowohl die Verbraucherzentrale als auch der Ernährungsrat mit ihren Projekten. Es geht darum, dass die Kitas von den angebotenen Maßnahmen langfristig profitieren, sie erfolgreich in ihren Alltag integrieren können und die Ideen auch weitertragen.

Denn die Zukunftsvision des Projektes „SteRN-Kitas“ ist, dass nach den 2,5 Jahren Erprobungsphase ein allgemeingültiges Konzept zur Kitaverpflegung und Ernährungsbildung erstellt werden kann, dass sich in allen Kölner Kitas (oder auch darüber hinaus) anwenden lässt.