Letzten Samstag war es soweit – ein weiterer Schritt in Richtung einer Ernährungsstrategie für Köln. Unsere Strategie-Werkstatt im Schiller-Gymansium war trotz 17 Grad und Sonnenschein Mitte Februar mit etwa 80 Personen gut besucht.

Konrad Peschen, Leiter des Amtes für Umwelt und Verbraucherschutz, eröffnet die Veranstaltung und erklärt, dass „Ernährungspolitik eines der wichtigen kommunalen Zukunftsfelder im Spannungsverhältnis zwischen Klimawandel und Ressourcenschonung! Es muss darum gehen, Bürgerinnen und Bürger für die Mitarbeit an einer Ernährungsstrategie für Köln zu gewinnen und für den bewussten Umgang Nahrungsmitteln zu sensibilisieren!“. Valentin Thurn, Vorsitzender des Ernährungsrats gibt einen Rückblick auf die Schritte hin zur Entwicklung der Strategie und einen Ausblick, was wir damit erreichen wollen.

Anschließend ging es in jeweils vier zeitgleichen Diskussionsrunden zu den Themenfeldern Landwirtschaft, Verarbeitung und Verpflegung, Handel und Vertrieb sowie Soziales und Bildung. Ziel der Runden war, Rückmeldungen, Ergänzungen und Stellungnahmen der Bürger*innen, Politik, Verwaltung und Wirtschaft zu bekommen. Die Bürgerbeteiligung ist parallel noch bis zum 15. März online möglich und gewährt eine breite Basis der Strategie.

Die Forderungen und Anregungen zur Strategie überschneiden sich vielfach. Demnach gibt es zu wenig öffentliche Informationsveranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem wird mehrfach eine umfassende Ernährungsbildung in Kölner KiTa’s, Kinder-gärten und Schulen gewünscht, die im Lehrplan verankert sein soll und auch in den Kantinen aktiv vorgelebt wird. Mittelfristig soll ein politischer Rahmen entstehen der die Landwirte beim Lebensmittelanbau im Umland unterstützt und hilft, regionale Vermarktungskonzepte mit aufzubauen. Eine Versorgung mit frischen, regional produzierten Lebensmitteln, die nachhaltig produziert werden und die Wertschöpfung in der Region hält, soll etabliert werden. Der Einzelhandel soll für den Kunden transparent aufzeigen woher seine Produkte stammen und wie sie produziert werden. Außerdem sollen vielfältige Optionen bei den Lebensmittelanbietern zur Verfügung stehen.

Der zweite Workshop-Block fand nach einem stärkenden Mittagessen statt. The Good Food hat aus geretteten Lebensmitteln gekocht und alles umweltfreundlich mit dem Lastenrad angeliefert.

Thematisch unter denselben Überschriften wie beim ersten Block, wurde im zweiten Block jedoch an anderen Kapiteln der Strategie gearbeitet. Gegen Nachmittag tauschten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen nochmal das Themenfeld um sich mit den sogenannten Querschnittsthemen auseinander zu setzen: Lebensmittelresten, Essbare Stadt, Verpackung und Transport.

In diesem letzten Block wurden vor allem Themen wie Foodsharing, Urban Gardening und Zero Waste Lebensansätze als schon bestehende Initiativen benannt. Aber auch neue Transportwege mit Lastenrädern, über im besten Falle eigens dafür ausgelegte Radwege, wurden gewünscht. Änderung der städtischen Rechtslage in Hinsicht auf ressourcenverschwenderische Einmalverpackungen werden gewünscht, gerade bei Großveranstaltungen wie dem Köln-Marathon oder Weihnachtsmärkten sollen zum Beispiel keine riesen Müllmengen mehr durch Pappteller und Co. anfallen.

Nachdem die vielen verschiedenen Gesprächsrunden zu einem Ende gekommen waren wurden nochmal Blitzlichter aus den einzelnen Themenfeldern in die Menge zurück-getragen und anschließend der Tag mit einem Bio-Kölsch der Brauerei Heller beschlossen.